Die Dortmunder Polizeiführung setzt seit einigen Wochen vermehrt auf eine von Provokationen und Grenzüberschreitungen geprägte Einsatztaktik.

Unter dem Vorwand, die Identität mutmaßlicher Tatverdächtiger feststellen zu wollen, wird die aktive Fanszene des BVB seit dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach zusätzlich zum ohnehin massiv eingesetzten Polizeiaufgebot bei der An- und Abreise durch Einheiten der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) begleitet. Im Zusammenhang mit den nunmehr drei Einsätzen dieser spezialisierten Einheit kam es wiederholt zu Übergriffen gegenüber BVB-Fans.

Neben mitunter massiven Gewalteinwirkungen im Rahmen der Identitätsfeststellungen von betroffenen Fans und einem Vordringen in den Bereich der Südtribüne, zu dem es bereits zahlreiche Beschwerden von „unbeteiligten Stadiongängern“ gegeben haben soll, bildet ein verletzter BVB-Fan den vorläufigen Höhepunkt dieser neuen Einsatzstrategie.

Uns liegt ein Video vor, das zeigt, wie im Vorfeld der Begegnung gegen den FC St. Pauli dieser im Bereich des Marathontors des Stadions Rote Erde von den eingesetzten BFE-Kräften mit erheblicher Gewalt in den Rücken gestoßen wird. Durch die extreme Wucht des Stoßes und die Arglosigkeit des Fans schlug dieser mit dem Kopf auf einem Metallgestell auf. In der weiteren Folge musste der betroffene BVB-Fan wegen der Kopfverletzung medizinisch behandelt werden. Versuche umstehender Dritter, die den Beamten identifizieren konnten, den Vorgang zur Strafanzeige zu bringen, wurden durch Weigerungen der Herausgabe der Dienstnummer sowohl durch den Beamten selbst als auch dessen Vorgesetzten aktiv unterbunden. Erst als ein Anwalt der Fanhilfe Dortmund eingeschaltet wurde, ließ sich der Einsatzleiter dazu herab, entsprechende Auskünfte zu erteilen.

Wir fordern die Dortmunder Polizei dazu auf, von ihrer eskalativen Einsatztaktik abzurücken und hinterfragen in aller Deutlichkeit die rechtlich gebotene Verhältnismäßigkeit der Einsätze im Zusammenhang mit den letzten Heimspielen. Wir warnen ausdrücklich vor einer weiteren Eskalation und werden unsererseits alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um diese Einsatztaktik einer rechtsstaatlichen Kontrolle zu unterwerfen.

Dem verletzten BVB-Fan wünschen wir gute Besserung!