Mit unserer Stellungnahme vom 28.01.2026 haben wir bereits auf eine besorgniserregende Entwicklung bei der polizeilichen Einsatztaktik rund um die Heimspiele von Borussia Dortmund hingewiesen. Leider stellt das vergangene Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 einen weiteren Tiefpunkt dar.
Uns liegen verschiedene Augenzeugenberichte sowie Bild- und Videoaufnahmen vom vergangenen Freitag vor, die ein erneut martialisches und konfliktgeladenes Vorgehen der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) in- und außerhalb des Westfalenstadions belegen.
Vor dem Spiel haben die eingesetzten Polizeikräfte unmittelbar hinter dem Einlass „Nordwest“, aber auch unterhalb der Westtribüne und insbesondere am Zugang zur Südtribüne Engstellen geschaffen, die zu gravierenden Sicherheitsbeeinträchtigungen für eine Vielzahl von BVB-Fans hätten führen können. Darüber hinaus werfen sowohl die enorme Präsenz als auch das aggressive Auftreten der eingesetzten Einsatzkräfte Zweifel auf, ob die Sicherheit von über 80.000 Zuschauern tatsächlich oberste Priorität bei der Dortmunder Polizeiführung genießt. Denn wie schon beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli war es allein dem besonnenen Verhalten aller Fans zu verdanken, dass die angespannte Lage nicht in einer Eskalation gemündet ist.
Im Nachgang des Spiels kam es zu einer Festnahme durch eben jene BFE-Einheit, die auf eine vermeintliche Beleidigung zurückzuführen gewesen sein soll. In diesem Zusammenhang wurde einer Mitarbeiterin des Fanprojekts zunächst erneut eine Begleitung der Maßnahme verwehrt. Einem weiteren Beobachter der Maßnahme wurde eine tonlose Filmaufnahme des Einsatzes untersagt, obwohl die einschlägige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts genau dies zulässt. Es entsteht der Eindruck, dass die polizeilichen Maßnahmen nach dem Willen der Beamten bestenfalls abseits der öffentlichen Kontrolle vollzogen werden sollen.
Gerade im Hinblick auf die Entwicklungen, die nicht nur in Dortmund, sondern auch in anderen Teilen Deutschlands zu beobachten sind, drängt sich die Frage auf, ob es der Polizeiführung um eine sachdienliche Identifizierung etwaiger Tatverdächtiger geht – oder es sich nicht vielmehr um reine Symbolpolitik handelt, die eine weitere Eskalation bewusst in Kauf nehmen soll. Inwieweit die Einsätze der letzten Wochen mit den von Polizeigewerkschaften und Innenpolitikern regelmäßig ins Feld geführten, vermeintlich überhandnehmenden Polizeikosten in Einklang zu bringen sind, steht dabei noch auf einem anderen Blatt Papier.
Angesichts der erneuten Vorkommnisse fordern wir die Dortmunder Polizei entschieden dazu auf, von ihrer Strategie der letzten Wochen Abstand zu nehmen sowie die Grenzen des Rechtsstaats zu beachten!
Schluss mit der Eskalationstaktik der Dortmunder Polizei!
